Klosterkirche Pfäfers


 

Geschichte

 
731   Gründung des Klosters Pfäfers
     
914-1114   Zwischen 914 und 949 stritten sich die Abtei St.Gallen und der Bischof von Chur um die Abtei. Kaiser Otto I. bestätigte schliesslich 949 erneut die freie Abtwahl für Pfäfers, womit das Kloster selbständig blieb. Während des Investiturstreits geriet Pfäfers jedoch erneut unter fremde Kontrolle. Heinrich IV. verlieh die Abtei 1095 an das Bistum Basel, das 1114 mit Heinrich V. die Burg Rappoltstein (Elsass) gegen Pfäfers eintauschte.
     
1116   Das Eingreifen des Papstes Paschalis II. stellte die Freiheit des Klosters Pfäfers wieder her.
     
1208   vergab König Otto IV. die Vogtei über die Besitzungen des Klosters Pfäfers an die Freiherren von Sax, die sie jedoch teilweise wieder verpfändeten.
     
1257   kaufte Abt Rudolf von Bernang für 300 Mark Silber die gesamte Vogtei wieder zurück und übertrug sie 1261 an die Herren von Wildenburg auf Burg Freudenberg.
     
1362   Ein Teil des Klosters brennt nieder. Das gotische Münster wird danach erbaut.
     
1397   kaufte das Kloster die Vogtei zurück und erhielt 1408 von König Ruprecht I. das Privileg, den Schirmvogt selbst zu wählen bzw. zu entlassen.
     
1586-1600   Das Kloster geriet in den Wirren des Schwabenkrieges und der Reformation in finanzielle und politische Bedrängnis. Abt Johann Heider (1586–1600) gelang zwar kurzzeitig die Wiederherstellung der Stellung des Klosters, aber unter seinen Nachfolgern verschlimmerte sich die Lage derart, dass die Benediktinerkongregation die Administration des Klosters übernahm.
     
1665   zerstörte ein Brand die Klosteranlage und die Kirche. 
     
 1672    Abt Justus Zink legte den Grundstein für den Wiederaufbau im Stil des Barock nach den Plänen von Giovanni Serro und Giuglio Barbieri.
     
1677   Wegen der katastrophalen finanziellen Verhältnisse der Abtei musste Zink 1676 auf Druck der Schweizerischen Benediktinerkongregation zurücktreten.
     
1694   Sein Nachfolger, Abt Bonifaz I. Tschupp, vollendete die gegenwärtig noch existierende Anlage 1694. Unter Bonifaz I. gelang die finanzielle Gesundung.
     
1794   kam es zu einem Aufstand der Untertanen des Klosters, der durch den eidgenössischen Landvogt von Sargans niedergeschlagen wurde.
     
1798   Als am 11. November 1798 die Grafschaft Sargans von der Eidgenossenschaft in die Freiheit entlassen wurde, musste sich auch Abt Benedikt Boxler anschliessen und seine Untertanen ebenfalls für frei erklären.
     
1838   Der schlechte finanzielle Zustand des Klosters veranlasste den letzten Abt Plazidus Pfister, 1838 in Rom die Säkularisierung der Abtei Pfäfers beantragen. Am 20. November 1838 erklärte daraufhin der Grosse Rat des Kantons St. Gallen das Kloster Pfäfers für aufgehoben und zog die Vermögenswerte ein. Der katholische Konfessionsteil versuchte noch bis im November 1839 vergeblich, die Vermögenswerte für sich zu beanspruchen.
     
1845   wurde in den Gebäuden der Abtei die kantonale Irrenanstalt St. Pirminsberg gegründet, die heutige Psychiatrische Klinik St. Pirminsberg.



Eine 75-minütige Reportage des TV Rheintals über die Klosterkirche Pfäfers ist unter folgendem Link zu finden:

http://youtu.be/Eo5HSWSKSUI






Zwischen dem Jahr 720 und 750 ist am Anfang des Kunkelspasses, auf dem Gebiet der Rätia Prima, das Benediktinerkloster Pfäfers gegründet worden. Materiell wurde es von Bündner Adeligen ausgerüstet, geistige Unterstützung erhielt das junge Kloster durch das Kloster Reichenau, einer Gründung des fränkischen Wanderbischofes Pirmin. Die rätoromanische Klostergründung lag auch im Interesse der Victoriden, welche in jener Zeit den Präses und den Bischof von Chur stellten. Für sie wurde es ein Ort zur Stärkung der rätischen Kultur. Der Liber viventium, angelegt im 8.Jahrhundert, ist ein Zeugnis dafür.

Später übernahmen die Merowinger und die Karolinger die Klosterpolitik als Teil ihres Machteinflusses in Rätien und in Norditalien. Die Karolingerfamilien und die Victoridenfamilien sind auf den vordersten Seiten im Liber Viventium als Wohltäter des Klosters aufgeführt.

Über 11 Jahrhunderte beeinflusste das Benediktinerkloster Seelsorge, Kultur, Politik, Bauten und Wirtschaft, vor allem im Sarganserland und im benachbarten Graubünden. Als Hospiz am damals viel öfters begangenen Kunkelspass, war die Abtei eine wichtige Station am Handelsweg von Norden nach Süden (Porta Romana). Ein weiterer Gross - und Langzeitauftrag des Klosters war die Wartung der Thermalquelle in der Taminaschlucht.

Dass der Kirchenschatz vorwiegend aus der Barockzeit stammt, hat folgenden Grund: 1362 fiel das alte Kloster einem Brand zum Opfer und viele Kulturwerte sind vernichtet worden. 1665 Bei diesem Klosterbrand sind viele unersetzliche Kulturgüter zerstört worden, besonders die wertvolle Klosterbibliothek, aber auch Altäre, Bilder und der damalige Kirchenschatz.

1838 Bei der Aufhebung des Klosters sind viele Objekte und Zeugen aus der Klosterzeit verkauft, oder verschoben worden. Akten sind heute im Staatsarchiv in St Gallen und harren zum Teil immer noch der Aufbereitung, obwohl die Stiftsarchivare: Perret, Vogler und Hollenstein
viele Schriften und die Geschichte des ehemaligen Klosters der Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben.

In der 1100 jährigen Geschichte des Benediktinerklosters ist vieles geschehen, Erfreuliches, aber auch Unrühmliches, so wie es in jedem menschlichen Leben beide Seiten gibt. Aber sehen wir beim Rückblick in die Klostergeschichte doch die positiven Werte, die in kultureller, wirtschaftlicher, politischer und religiöser Sicht von diesem Bergkloster ausgestrahlt haben, dann werden wir seiner mehr als tausendjährigen Geschichte gerechter.






 

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